MTM – Arbeit produktiv und gesund

BSH Hausgeräte GmbH optimiert die Montage mit dem MTM-Verfahren ProKon

Im Rahmen der MTM-Einführung bei der BSH Hausgeräte GmbH in Bad Neustadt fand Anfang des Jahres ein gemeinsames Projekt mit der Deutschen MTM-Gesellschaft statt. Im Mittelpunkt standen SD-BW-Analysen für die Montagelinien. Bereits bei diesem Projekt wurde der enge Zusammenhang von Ergonomie und Zeit bei der Arbeitsplatzgestaltung diskutiert und auf Engpässe hingewiesen. In einem Workshop zur Reduzierung von Montageerschwernissen und -aufwänden in der Staubsaugermontage lernten die Teilnehmer die Vorteile des MTM-Verfahrens ProKon und die positiven Auswirkungen der produktionsgerechten Konstruktion auch hinsichtlich ergonomischer Belastungen kennen.

Bei der Minimierung von Montagezeiten ist die Optimierung des konstruktionsbedingten Montageaufwandes ein wesentlicher Faktor. Mit dem Verfahren ProKon (Produktionsgerechte Konstruktion) können bereits in der Produktentwicklungsphase mögliche spätere Montageerschwernisse, deren Auswirkungen auf Montageaufwände und ergonomische Belastungen sowie die kostenrelevanten Faktoren identifiziert werden. Die BSH Hausgeräte GmbH macht sich diese Vorteile zunutze und betrachtet in Sachen Optimierung nicht nur die Montagearbeitsplätze selbst, sondern auch die Konstruktion und deren Schnittstellen zur Fertigung. An dem von MTM moderierten Workshop zur Reduzierung von Montageerschwernissen und -aufwänden im Bereich Staubsaugermontage nahmen deshalb neben Fertigungsplanern, Meistern, Verantwortlichen für Ergonomie und Controlling sowie Vertretern des Betriebsrates auch die Produktentwickler bzw. Konstrukteure teil. 

Die Teilnehmer erwarben zunächst ein Grundverständnis für die Anwendung von ProKon in der manuellen Montage, identifizierten dann am Beispiel verschiedener Staubsaugermodelle die Montageerschwernisse, erstellten ProKon-Analysen und bewerteten Konstruktionsvarianten hinsichtlich ihrer Montagefreundlichkeit. Dabei wurde deutlich, welche Auswirkungen Montageerschwernisse auf die späteren zeitlichen Montageaufwände und ergonomische Belastungen am Arbeitsplatz haben – und an welcher Stelle im Produktentstehungsprozess (PEP) die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden müssen: nämlich zum frühestmöglichen Zeitpunkt, bereits in der Produktentwicklung bzw. Konstruktion. In den Beispielfällen im Rahmen des Workshops konnte allein durch Optimierung bei der Konstruktion von Bauteilen ein Einsparpotenzial von bis zu 18 % realisiert werden.

Doch nicht nur in der Kostenersparnis bzw. zur Abschätzung des ergonomischen Risikos schlägt sich der Einsatz von ProKon positiv nieder. Das Verfahren fordert und fördert auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Unternehmen. Denn mit Konstrukteuren, Fertigungsplanern und Meistern sind die Verursacher der konstruktiven Auslegung von Bauteilen, die Betroffenen im Umgang mit Montageerschwernissen und die Verantwortlichen für die Personaleinsatzplanung bei entsprechenden physischen Anforderungen am Arbeitsplatz einbezogen. Mit einem solchen prospektiven Vorgehen setze BSH Hausgeräte auf Nachhaltigkeit statt auf kurzfristige Effekte, betont André Piel, Leiter Produktion bei BSH in Bad Neustadt. Inzwischen sind Mitarbeiter in MTM ausgebildet und werden weitere Mitarbeiter in der Anwendung von EAWS geschult – für André Piel eine logische Konsequenz der Anwendung von MTM als ganzheitliche Methode im Produktivitätsmanagement.

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