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GfA-Workshop "Arbeitsorte zu Lernorten": Faktoren für Lernförderlichkeit im Fokus

Im Rahmen der Frühjahrskonferenz der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft vom 14. bis 16. Februar 2017 in der Schweiz veranstaltete das MTM-Institut gemeinsam mit dem FIR an der RWTH Aachen, dem Institut für Innovation und Technik (iit) in der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH und dem IG Metall Vorstand den Workshop „Arbeitsorte zu Lernorten: Wege der lernförderlichen Arbeitsgestaltung in die digitale Arbeitswelt“.

Die Workshop-Teilnehmer tauschten ihre Erfahrungen zur lernförderlichen Arbeitsgestaltung aus und nahmen auch neue Impulse mit. Fakt ist, dass Arbeit in den cyber-physischen Systemen (CPS) einer digitalisierten Arbeitswelt vielfältige Qualifizierung erfordert. Gleichzeitig eröffnen diese Systeme selbst neue Möglichkeiten des individuellen und organisationalen Lernens und besitzen das Potenzial, einer möglichen Qualifikations-Polarisierung entgegenzuwirken, die im Zusammenhang mit der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung derzeit diskutiert wird. Strategien und Methoden des arbeitsnahen Lernens setzen hier an. Sie benötigen jedoch Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, welche die notwendige Lernförderlichkeit von Arbeitssystemen betreffen, also jene Bedingungen, die im Arbeitsalltag Lernprozesse begünstigen bzw. lerngünstige Voraussetzungen schaffen.

Obgleich das Lernen in der Arbeit und die Lernförderlichkeit seit vielen Jahren Gegenstand der Forschung sind, ist das praktische Vermögen zur lernförderlichen Gestaltung einer digitalisierten Arbeitswelt in den Unternehmen kaum verankert. Dies zeigte sich beispielhaft in der technikdominierten Diskussion um Assistenzsysteme für die Industrie 4.0. Ziel des Workshops war es daher, gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft, Unternehmen, Gewerkschaften und Verbänden herauszuarbeiten, welche fördernden und hemmenden Faktoren für Lernförderlichkeit sich identifizieren lassen, auf welchen Wegen sich eine Verbreitung entsprechender Ansätze befördern lässt und welche Akteure und Kooperationen hierfür benötigt werden.

Die Ergebnisse des Workshops werden derzeit durch die Partner ausgewertet und fließen in die gemeinsame Arbeit im VDI/VDE-GMA Fachausschuss 7.22 „Arbeitswelt Industrie 4.0“ ein.

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