MTM – Arbeit produktiv und gesund

Kostal: Digitalkompetenz der Mitarbeiter stärken

18.12.2018
„Heute lernen für die Produktion von morgen“

Die Herausforderungen der Zukunft sind vielfältig – nicht nur im Hinblick auf die Digitalisierung der industriellen Produktion. Auch die Arbeitsinhalte in der manuellen Montage mit teilautomatisierten Bereichen werden immer umfangreicher und komplexer, Lernzeiten kürzer, das Arbeitsumfeld interdisziplinärer und die Entscheidungsspielräume größer. Im Rahmen des Projekts PALM4.Q zum prozess- und arbeitsnahen Lernen in der Montage arbeiten die Partner – die Firma Leopold Kostal GmbH & Co. KG in Lüdenscheid und die Deutsche MTM-Vereinigung e. V. – an einer Systematik zur Identifizierung von Anforderungen an die Digitalkompetenz verschiedener Beschäftigtengruppen.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die praktischen Erfahrungen, die im neuen Trainingscenter bei Kostal gesammelt wurden. Das Trainingscenter mit Stationen ähnlich der Arbeitsplätze auf dem Shopfloor entstand in unmittelbarer Nähe der realen Fertigung. Trainingsinhalte sind z. B. das Handhaben von sensiblen Bauteilen, Schraubprozesse sowie umfangreiche Qualitätskontrollen und das Klassifizieren von Fehlern. Auch der Aufbau der Prüfstation des Trainingscenters ist stark angelehnt an die reale Endkontrolle. Natürlich spielt das Thema Digitalisierung eine Rolle. So werden alle Trainings papierlos durchgeführt. Das heißt, dass z. B. die Daten im Bereich des Prüfens digital erfasst und gepflegt werden. Neben dem Umgang mit dem PC lernen die Mitarbeiter, wie sie das Intranet des Unternehmens – Kostal Metis – effektiv nutzen können.

Neuer Ansatz Mitarbeiterqualifizierung
In der Zeitschrift für wirtschaftlichen Fabrikbetrieb (ZWF) stellten Christina Hesse (Leopold Kostal GmbH & Co. KG), Manuela Ostermeier, Prof. Dr. Thomas Mühlbradt und Prof. Dr. Peter Kuhlang (alle MTM-Institut, Deutsche MTM-Vereinigung e. V.) den neuen Ansatz zur Mitarbeiterqualifizierung einem breiten Fachpublikum vor. Bei Kostal selbst machte ein Beitrag im Intranet unter dem Titel „Heute lernen für die Produktion von morgen – was wird eigentlich im Kostal Trainingscenter trainiert?“ die Mitarbeiter auf das Projekt aufmerksam.

Ein Ort, an dem Fehler gemacht werden können...
Das Besondere am Trainingscenter (TC) beschreibt Christina Hesse so: „Das TC ist ein Ort, an dem Fehler gemacht werden dürfen, um daraus lernen zu können. Dieses Prinzip basiert auf unseren KOSTAL Werten. Herr Kostal hat den Wert ‚Wir tun das Notwendige‘ so beschrieben: ‚Notwendig ist es, Fehler zu vermeiden und deren Folgen zu minimieren. Dazu zählt, dass Fehler ausgesprochen werden müssen und dürfen, um daraus lernen zu können. Entscheidungsbereitschaft und Verantwortungsgefühl können nur gedeihen, wenn ein offener Umgang mit Fehlern oder Fehlentscheidungen gewährleistet ist. Wer Fehler macht, muss die Möglichkeit haben, diese korrigieren zu können und die dafür notwendige Unterstützung erhalten‘.“ Firmeninhaber Andreas Kostal hat sich auch selbst ein Bild gemacht vom Trainingscenter und der Art der Unterstützung für die Mitarbeiter.

Verantwortung für Produktqualität
An einer Station des Trainingscenters erfahren die Teilnehmer, welche Folgen ein Fehler an einem einzelnen Teil hat, je nachdem, ob der Fehler noch im Haus bzw. beim Autohersteller oder erst vom Kunden in seinem Auto entdeckt wird. „Hiermit erzeugen wir ein Bewusstsein für die Fehlerkosten, die Verantwortung für die Produktqualität und damit für die Zufriedenheit unserer Kunden. Wir wollen einen Beitrag mit unseren Mitarbeitern dazu leisten, Kosten für das Unternehmen zu sparen und damit unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern“, beschreibt Christina Hesse.

Die nächsten Schritte zur Entwicklung der Digitalkompetenz der Mitarbeiter sind schon geplant. Da in der Produktion der Zukunft auch bei Kostal vermehrt Roboter eingesetzt werden, können Mitarbeiter im Trainingscenter Berührungsängste abbauen und die Zusammenarbeit mit Kollege Roboter ausprobieren.


Bild oben (von links):

Dimitrios Polysakis, Uwe Beckmerhagen, Christina Hesse, Stefan Garneyer, Daniel Bahr, Firmeninhaber Andreas Kostal, Miria Gorny, Gerrit Riedel, Dr. Susanne Cordes und Thomas Zöller.

Bild unten:
Firmeninhaber Andreas Kostal (links), hier im Gespräch mit Gerrit Riedel, macht sich ein Bild von den Angeboten des neuen Trainingscenters.


 

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