MTM – Arbeit produktiv und gesund

MTM-Bundestagung 2016:

Informativ, interaktiv und unterhaltsam – lautet das Feedback zur MTM-Bundestagung 2016. Dafür sorgten interessante Vorträge rund um die Arbeitswelt 4.0, spannende Live-Umfragen unter den Teilnehmern und ein ebenso interessanter wie amüsanter Einblick in die Leistungsfähigkeit und die Tücken des menschlichen Gehirns im Zeitalter der Digitalisierung.

Was verbinden Sie mit dem Begriff Industrie 4.0? Auf diese Frage gaben die gut 150 Teilnehmer per Handy, iPad oder Laptop nicht eine, sondern entsprechend viele Antworten – digital gesammelt und dargestellt in einer Cloud. Prof. Volker Stich, Geschäftsführer des FIR e. V. an der RWTH Aachen, griff das Ergebnis in seinem Vortrag zu den Chancen der Digitalisierung der Wirtschaft auf. „Die Arbeit von morgen ist Entscheidungsarbeit“, stellte er fest. Entsprechend hoch seien die Anforderungen an die Qualifikation des Mitarbeiters. Teamarbeit z. B. werde durch den starken Grad der Vernetzung und die interdisziplinäre Zusammenarbeit noch mehr Bedeutung erhalten. Digitalisierung bedeute nicht, sich digitales Spielzeug anzuschaffen, sondern sich als Unternehmen neu zu erfinden. Das Unternehmen der Zukunft sei ein lernendes Unternehmen, ein Unternehmen, das ein digitales Abbild besitzt und künstliche Intelligenz zur Neugestaltung der Prozesse nutzt. Stich appellierte an die Teilnehmer, die Entwicklung nicht nur zu beobachten, sondern den digitalen Wandel bewusst mitzugestalten. „Lassen Sie uns beherzter vorgehen!“

Die Vision von einer unternehmensübergreifenden Optimierung des Wertstroms zeichnete Prof. Peter Plapper von der Universität Luxemburg. Auf dem Weg zur Industrie 4.0 sei es notwendig, „von einem starren zu einem agilen Value Stream Management zu kommen“. Der Faktor Mensch spiele in diesem Prozess eine wichtige Rolle, stellte Plapper fest. Dr. Norbert Huchler vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung München sprach sich für die Humanisierung der Arbeit aus. Das bedeute die Vorteile der Technik zu nutzen und nicht zu versuchen, die Technik dem Menschen ähnlicher zu gestalten. Wie das Unternehmen der Zukunft aussieht, darin ist sich Huchler mit Stich einig: „Wir müssen im laufenden Prozess auch Ziele ändern – das ist ein agiles Unternehmen.“

Für den wegen des Flugbegleiterstreiks verhinderten Referenten Thorben Albrecht, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, sprang kurzfristig Kilian Grefen von der Firma Delta Management Beratung GmbH ein. Grefen stellte ein neues Software-Tool für das Produktivitätsmanagement vor. Diese Tool wurde gemeinsam mit der Deutschen MTM-Gesellschaft entwickelt, um auch kleineren und mittelständischen Unternehmen die Einführung eines Produktivitätsmanagements zu ermöglichen. Das Tool funktioniert webbasiert, ist cloudfähig und deckt den kompletten Zyklus im Produktivitätsmanagement ab.

Mit dem Thema „Zukunftsorientierte Mitarbeiterqualifizierung – Der Mensch auf dem Weg in die Arbeitswelt 4.0“ beschäftigte sich Christina Hesse, Industrial Engineer bei der Leopold Kostal GmbH & Co.KG. Mehr dazu lesen Sie hier.

Nach zwei Ehrungen – Dr. Olga Erohin, Miele & Cie. KG, wurde für ihre Doktorarbeit mit dem MTM-Award ausgezeichnet; Matthias Kraneis, Projektmanager Industrial Engineering bei Vaillant, wurde zum MTM-Fellow ernannt – setzte Hirnforscher Prof. Lutz Jäncke aus Zürich den Schlusspunkt. Er erklärte auf verständliche und unterhaltsame Weise, wie unser Gehirn unser Denken, Handeln und Fühlen beeinflusst – und dass das manchmal nur am Rande mit Vernunft zu tun hat. Zu Multitaskern würden wir übrigens auch im digitalen Zeitalter nicht werden, denn Menschen seien darauf konditioniert, nur das Wesentliche zu sehen, stellte Jäncke fest. Sein Vortrag ist, wie die anderen Vorträge zur Bundestagung auch, in Kürze in der Mediathek nachzusehen und -zuhören.

Impressionen von der MTM-Bundestagung 2016 finden Sie hier.

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