MTM – Arbeit produktiv und gesund

MTM-HWD®: Validität des neuen Prozessbausteinsystems ist bestätigt

12.06.2019
Das Konsortialprojekt HWD® (Human Work Design) geht in die letzte Phase. Die RWTH Aachen bestätigte jüngst die Validität des neuen MTM-Prozessbausteinsystems hinsichtlich seiner zeitlichen Bewertungsaussage im Vergleich zu MTM-1. Demnach ist MTM-HWD® entsprechend der Regularien entwickelt worden und kann nun in der betrieblichen Praxis eingesetzt werden: von der Mengenfertigung bis zur kurzzyklischen Serienfertigung. Aktuell sammeln die Konsortialpartner und die neu gewonnenen autorisierten Anwender – Kiekert, Bosch, BSH, Schaeffler und Cooper Standard – Erfahrungen in der betrieblichen Praxis.

Das Prozessbausteinsystem MTM-HWD® vereint erstmals methodische und ergonomische Arbeitsgestaltung in nur einem Schritt. Während die klassischen MTM-Prozessbausteinsysteme vorranging vom Arbeitsplaner eingesetzt werden, ist HWD® (Human Work Design) auf die Nutzung durch mehrere Funktionsbereiche ausgelegt: von der Zeitwirtschaft über die Ergonomie/das Betriebliche Gesundheitsmanagement/den Betriebsarzt, die Produktentwicklung und Konstruktion bis hin zu Personalabteilung und Verbesserungsmanagement. Der große Vorteil: Eine einzige Analyse bringt gleich vier Ergebnisse: Ablaufbeschreibung, Zeit, Ergonomie und die Produktivitätskennzahl eHpU (engineered Hours per Unit). "Die nun vorliegenden, durchweg positiven Ergebnisse der empirischen Validierung haben die Stabilität von MTM-HWD® auch unter Anwendungsbedingungen bestätigt. Ganz besonders freut mich, dass dem Projektteam eine terminliche Punktlandung gelungen ist und wir planmäßig in die letzte Phase des Projektes eintreten können", betont Jörg Härtel, Projektleiter Human Work Design.

Humanorientierte Arbeitsgestaltung mit MTM-HWD®
Wie keine andere Prozesssprache derzeit erfülle MTM-HWD® die Anforderungen an humanorientierte Arbeitsgestaltung, so Prof. Dr. Peter Kuhlang, Leiter des MTM-Instituts. Darüber hinaus stünden nun auch Technologien wie die 3D-Simulation zur Verfügung, um mit dieser Sprache effizient umgehen zu können – was bei der Entwicklung früherer Prozessbausteinsysteme, z. B. MTM-UAS, noch nicht der Fall war. „MTM-HWD® kann entscheidend mithelfen, dass das Industrial Engineering im Zeitalter der Digitalisierung ankommt. Denn MTM-HWD® liefert den elementaren und wichtigsten Rohstoff des digitalen Zeitalters – Daten!“, betont Kuhlang.

MTM-HWD® ist nun auch offizieller Bestandteil der Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Deutschen MTM-Vereinigung e. V. Mittlerweile haben zahlreiche Ausbildungen stattgefunden, darunter betriebsinterne Ausbildungen bei Volkswagen, Bosch, BSH und Schaeffler. Auch die öffentlichen MTM-HWD®-Ausbildungen für autorisierte Nutzer und neue Kunden werden verstärkt nachgefragt. Dr. Thomas Finsterbusch, Leiter MTM-Akademie, weist darauf hin, dass es ab sofort möglich ist, mit der Ausbildung MTM-HWD® den Abschluss MTM-Praktiker und damit die „Blaue Karte“ zu erwerben. Eine Lehrlizenz für das Prozessbausteinsystem MTM-HWD® erhalten bis Projektende nur Instruktoren der Projektkonsortialpartner.

Erstes Pilottraining in Englisch erfolgreich abgeschlossen
Da auch im Ausland das Interesse an dem neuen MTM-Prozessbausteinsystem steigt, arbeitet die Deutsche MTM-Vereinigung e. V.  derzeit an den Ausbildungsunterlagen in englischer Sprache. Ende Mai fand in Hamburg das erste englische Pilottraining statt. „Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um die humanorientierte Arbeitsgestaltung mit MTM-HWD® auch international zu einem Standard zu machen“, so Dr. Thomas Finsterbusch.

Mehr zum Nutzen, zu den Anwendungsmöglichkeiten und zu den Ausbildungsterminen lesen Sie hier.


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