MTM – Arbeit produktiv und gesund

MTM in der Industrie 4.0: Neue Technologien zur Erfassung von Bewegungsdaten im Fokus

Bei der Digitalisierung der Produktion geht es nicht nur um die Automation von Produktionsprozessen durch Vernetzen von Technik, Informationen und Menschen. Die Smart Factory beginnt schon bei der Planung von Produkten und Arbeitssystemen. Logischer Schritt ist es deshalb, auch über die Automatisierung der Planungsmethoden nachzudenken. Wie weit die Entwicklung in den nächsten fünf bis zehn Jahren vorangeschritten sein wird, vermag heute niemand genau zu sagen. Die Deutsche MTM-Vereinigung e. V. geht jedoch davon aus, dass MTM-Analysen nicht mehr nur von Hand erstellt werden und Unternehmen auch diesen Prozess in die Smart Factory integrieren wollen. Der Industrieverband hat deshalb die Initiative ergriffen und entwickelt neben neuen IT-Lösungen zur effizienten Weiterverarbeitung von MTM-Daten in der vernetzten Produktion auch Modelle zum automatisierten Erfassen von Bewegungsdaten für MTM-Analysen in der Software TiCon.

Woher kommen die Daten?
Die entscheidende Frage ist: Woher kommen die Daten? Eine Möglichkeit zum Erfassen von menschlichen Bewegungen sind Motion Capturing-Verfahren. Ein vernetzter Ganzkörperanzug mit digitaler Schnittstelle liefert exakte Bewegungsdaten und auch Daten zur ergonomischen Belastung am Arbeitsplatz. Diese Daten können in der MTM-Software TiCon zur Generierung von EAWS- und MTM-UAS-Analysen genutzt werden. Ein anderes Modell setzt auf Virtual Reality, die Darstellung der Wirklichkeit in einer in Echtzeit computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung. Arbeits- bzw. Prozessplaner können intuitiv arbeiten – so, als sei der Mensch an der realen Maschine bzw. an der realen Linie tätig. Die Methodensimulation erfolgt hier mittels VR-Brille und wird als Datenstrom dokumentiert. In TiCon können die so gewonnenen Daten für MTM-Analysen genutzt werden. Im MTM-Softwarehaus werden derzeit für beide Modelle die Grundlagen geschaffen. Basis ist das Prozessbausteinsystem MTM-UAS, das weltweit am weitesten verbreitete Prozessbausteinsystem zum Beschreiben, Strukturieren, Gestalten und Planen von Arbeitssystemen.

Entwicklungskooperationen
Die Kooperation mit der imk ema GmbH ist am weitesten vorangeschritten. Bereits seit Jahren bestehen enge Kontakte zwischen der Deutschen MTM-Vereinigung und den Entwicklern des ema, des Editor menschlicher Arbeit, ein digitales Menschmodell zur 3D-Simulation von Arbeitsabläufen. Ema liefert die Bewegungsdaten zur Erstellung einer regelkonformen MTM-UAS-Analyse in TiCon. Das MTM-Softwarehaus entwickelte dazu das Modul TiCon4 4D, die Softwarelösung zur Planung, Simulierung und Bewertung von Montageabläufen auf der Basis grafischer Modellierung.

Wie die Generierung der MTM-Analyse über ema bzw. TiCon4 4D funktioniert, ist in der Fachausstellung zur diesjährigen MTM-Bundestagung in Stuttgart live zu erleben. Am Stand des MTM-Softwarehauses gibt es außerdem Einblicke in das Motion Capturing-Verfahren (AXS Motionsystem Kft.) und in die VR-Technologie (Rüdenauer 3D Technology).

Weitere Informationen zum Vortragsprogramm der MTM-Bundestagung, zur angeschlossenen Fachausstellung und zur Anmeldung finden Sie hier.

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