MTM – Arbeit produktiv und gesund

Rosenberger-Gruppe: „Kosten-Nutzen-Verhältnis muss stimmen“

16.11.2018
Unternehmen testet Ergonomiebewertungstool EAWS

Die Rosenberger-Gruppe – ein weltweit führender Hersteller von Verbindungslösungen in der Hochfrequenz- und Fiber-Optik-Technologie mit Vertriebs- und Fertigungsstandorten rund um den Globus – setzt MTM bereits seit 2014 erfolgreich zur Fertigungsplanung ein. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels spielt neben dem Hauptthema Produktivität das Thema Ergonomie zunehmend eine Rolle. Als Mitgliedsunternehmen weiß die Rosenberger-Gruppe um die Expertise von MTM in punkto ergonomiegerechte Arbeitssystemgestaltung und testete das international anerkannte Bewertungstool EAWS (Ergonomic Assessment Worksheet) im Rahmen eines Pilotprojekts mit der Deutschen MTM-Gesellschaft mbH.

„Wir wollten prüfen, ob der Industriestandard in punkto Ergonomiebewertung für die Firma Rosenberger in Frage kommt“, erklärt Luca Frank vom zentralen Industrial Engineering am Entwicklungsstandort Fridolfing. Das Ergebnis des Pilotprojekts habe alle Beteiligten überzeugt, auf diesem Weg weiterzugehen und Arbeitsabläufe auch flächendeckend auf ergonomische Risiken zu untersuchen. „Dazu müssen wir als erstes die Fachabteilungen ins Boot holen“, so Frank. Marktsituation und Personaldecke verlangten zwar, dass man sich mit dem Thema Ergonomie auseinandersetzt, „aber auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis beim Einsatz neuer Methoden und Tools muss stimmen.“

Arbeitsgestaltung beeinflusst Produktivität
Neben der Analyse von Montagetätigkeiten mit dem Bewertungstool EAWS standen die Messung von Aktionskräften mit dem Krafthandschuh und das Motion Capturing-Verfahren zur Ermittlung von Bewegungsdaten per Ganzkörperanzug auf der Agenda. Dass sich mit Gestaltungsmaßnahmen auch unmittelbar auf Produktivität und Erhalt der Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern Einfluss nehmen lässt, zeigte sich bei einem Rundgang am Shopfloor. So sollen z. B. die Lötarbeitsplätze hinsichtlich ihres ergonomischen Risikos untersucht werden. Auch bei den Kniehebelpressen, bei denen mit dem Krafthandschuh die Einpresskraft gemessen wurde, habe man schon höhere Belastungen für die Mitarbeiter vermutet, erklärt Frank.

Zahlen, Daten, Fakten ersetzen Bauchgefühl
Wie sich mit der MTM-Anwendung zeigte, „sind die Arbeitsplätze aus ergonomischer Sicht zum Teil in Ordnung, zum Teil müssen wir uns aber auch Gedanken machen, mit welchen Maßnahmen wir die Mitarbeiter weiter entlasten können – gerade bei den großen Pressen über eine Acht-Stunden-Schicht hinweg.“ Eine Eigenkonstruktion zur Entlastung der Mitarbeiter sei ebenfalls analysiert worden und habe sich bewährt. In jedem Fall, so Frank, konnte das subjektive Bauchgefühl der Mitarbeiter durch objektive Zahlen, Daten, Fakten ersetzt werden – ein großer Vorteil der MTM-Anwendung. 


Ihr Ansprechpartner bei MTM:

Ralf Jaehnke, Bereichsleiter Industrial Engineering, E-Mail: Ralf.Jaehnke@dmtm.com


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