MTM – Arbeit produktiv und gesund

„Unterm Strich spart das Unternehmen Zeit und Geld!“

Interview mit Andreas Rüdenauer, Referent der MTM-Anwenderkonferenz 2017, zum Nutzen von Virtual Reality

Die 3D-Brille ist das neue große Ding der Gaming-Szene. Virtual Reality (VR), also die visuelle Darstellung und Wahrnehmung der Wirklichkeit, wird zunehmend aber auch ein Thema für die Industrie. Den Nutzen der Virtual Reality für effiziente Planungsprozesse stellt das Start up Rüdenauer 3D Technology GmbH im Rahmen der MTM-Anwenderkonferenz 2017 vor. MTMaktuell sprach mit Firmengründer Andreas Rüdenauer über Inhalte und Chancen industrieller VR-Anwendungen.

Herr Rüdenauer, warum beschäftigen Sie sich mit dem Thema Virtual Reality?

Als wir 2014 mit unserem Unternehmen starteten, stand zunächst die 3D-Visualisierung von mechatronischen Abläufen im Mittelpunkt. Dann haben wir erkannt: Es wird zunehmenden Bedarf geben seitens der produzierenden Industrie, die Möglichkeiten der Virtual Reality zu nutzen. Gleichzeitig geht die Hardware-Entwicklung mit großen Schritten voran. Ich erinnere da z. B. an den Hype auf der Technik-Messe CES oder auch an intelligente Handschuhe, die schon jetzt in der Kommissionierung oder am Fließband eingesetzt werden. Unsere Vorstellungen gehen weit darüber hinaus. Wir entwickeln eine Technologie, die ohne Daten-Handschuh und -Kabel auskommt. Damit sollen Arbeits- bzw. Prozessplaner intuitiv arbeiten können, so, als sei der Mensch an der realen Maschine bzw. an der realen Linie tätig. Diese Möglichkeit bietet die Virtual Reality, die Darstellung der Wirklichkeit in einer in Echtzeit computergenerierten, interaktiven virtuellen Umgebung.

Sie sind Referent der diesjährigen MTM-Anwenderkonferenz – wo sehen Sie den Bezug zu MTM und was kann Virtual Reality für den Industrial Engineer tun?

Ziel ist es, eine durchgängige Wertschöpfungskette aufzubauen – von einem Virtual Reality System, in dem die Arbeitsanweisungen, Zeitvorgaben, Service-Pläne etc. abgebildet sind, über den jeweiligen zentralen Datenspeicher bis zur alltäglichen Anwendung durch den Arbeitsplaner, Einkäufer oder Entwicklungsingenieur. Ein weiterer Punkt, der uns mit MTM und dem Industrial Engineering verbindet: Der Mensch mit seinen langjährigen Erfahrungen und ergonomischen Anforderungen kann schon sehr früh im Planungsprozess berücksichtigt werden. Weitere Nutzen sind z. B. das Vermeiden von Fehlern im Aufbau von Montageabläufen, das Einsparen von Prototypen-Schleifen, eine beschleunigte Inbetriebnahme von Anlagen sowie kürzere Produktentwicklungszeiten. Im Extremfall kann ich dank der hohen Planungsqualität am Ende sogar Rückrufe vermeiden. Unterm Strich spart das Unternehmen Zeit und Geld!

Wie wird sich die VR-Technologie weiterentwickeln?

Generell lässt sich Virtual Reality überall in Entwicklung und Produktion, ganz gleich in welcher Branche, anwenden. Gerade auf dem Weg zur Industrie 4.0 tut sich hier ein weites Feld auf. Aber man muss das Potenzial auch erst einmal heben. Wir dürfen bei aller Euphorie nämlich nicht vergessen, dass sich alle Marktbeteiligten zunächst an die neue Technologie gewöhnen müssen. Wir konzentrieren uns deshalb auf konkrete Anforderungen unserer Kunden und entwickeln auch unsere Produkte auf Basis wertsteigender Anwendungsfälle der Industrieunternehmen. Der gesamte VR-Hardware-Markt inklusive Sensoren, Kameras und Rechner entwickelt sich gerade sehr stark. Die Content-Seite, sprich die Anwendungen, zieht dann nach. Im Moment dreht sich fast alles um Spiele. Das „Serious“ Gaming für den Einsatz im B2B-Bereich ist noch wenig entwickelt. Doch das wird sich ändern. Marktforschern zufolge wird in diesem Jahr im Consumer-Bereich noch mit Hardware deutlich mehr Umsatz gemacht als mit Inhalten. Im kommenden Jahr rechnet man bereits mit einem leichten Umsatzplus bei den Inhalten – und für 2020 prognostiziert man im Bereich VR-Anwendung mehr als doppelt so viel Umsatz wie im Bereich VR-Hardware. Und da sind industrielle Anwendungen ganz sicher dabei.


Im Bild:
Arbeiten mit Virtual Reality. Hier prüft ein Ingenieur die Montagefähigkeit eines Produkts.

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