MTM – Arbeit produktiv und gesund

Von MTM-1 bis Lehrlizenzen: MTM-Ausbildungen künftig durchgängig zweisprachig

Etwa 4.000 Teilnehmer absolvierten im vergangenen Jahr eine von der MTM-Akademie in öffentlichen oder Inhouse-Seminaren, -Lehrgängen und Workshops sowie an Hoch- und Fachschulen angebotene zertifizierte MTM-Ausbildung. Diese Zahl kann sich auch im internationalen Vergleich mehr als sehen lassen: Laut Internationalem MTM-Direktorat (IMD), der Dachorganisation aller nationalen MTM-Vereinigungen, werden von der Deutschen MTM-Vereinigung e. V. über die Hälfte der weltweiten Zertifikate ausgegeben. Hintergrund ist die starke Nachfrage deutscher Unternehmen nach MTM-Standards zunehmend auch für ihre internationalen Standorte. MTMaktuell sprach mit dem Leiter der MTM-Akademie, Dr. Thomas Finsterbusch, über die neuen Anforderungen an die MTM-Ausbildung.

Ist die MTM-Ausbildung in Zeiten von Industrie 4.0 und Digitaler Transformation noch up to date?
Auf jeden Fall.  Die weiter steigende Nachfrage aus der Wirtschaft zeigt, dass einerseits MTM-Standards in der Industrie 4.0 unverzichtbar sind und andererseits unsere Verfahren und Produkte, die mittlerweile über die Schwerpunkte Arbeitsvorbereitung und Konstruktion hinausgehen, Potenzial für die Zukunft haben. Wir wissen aber auch, dass die Arbeitswelt im Zeitalter von Industrie 4.0 neue Angebote des Lehrens und Lernens erfordert. Diese Aufgaben werden wir gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen der Deutschen MTM-Vereinigung e. V. angehen.

Sie haben Anfang des Jahres die Leitung der MTM-Akademie übernommen. Welches sind Ihre Ziele?
Für das Jahr 2017 sind dies in erster Linie die Qualitätssicherung, Standardisierung und Harmonisierung der Ausbildungen. Außerdem gilt es die Strukturen zu schaffen, die die Wettbewerbsfähigkeit in In- und Ausland langfristig gewährleisten. Als Bildungsträger im Bereich Industrial Engineering werden wir unsere Kompetenzen im Bereich der Planung, Gestaltung und Optimierung von Produkten und Prozessen, insbesondere der menschlichen Arbeit, stärken. Mit neuen Produkten wie MTM-HWD® und MTM-eHPV-Expert möchten wir den Anwenderkreis erweitern und neue Fachbereiche bzw. Disziplinen ansprechen.

Können Sie einige Highlights in 2017 nennen?
Weiterentwickelt haben wir z. B. die MTM-Praktiker-Ausbildung. Seit diesem Jahr gibt es drei Möglichkeiten, das Praktiker-Seminar zu absolvieren: den öffentlichen Lehrgang, den Inhouse-Lehrgang und das Coaching on the job. Letzteres Format testen wir gerade. Neu ist, dass die Teilnehmer in allen drei Varianten mit einer schriftlichen Prüfung abschließen und nicht mit einer Hausarbeit. Auf Beschluss der Mitgliedsunternehmen in der Prüfungskommission gibt es dazu ebenfalls zunächst einen Testbetrieb. Auch in Sachen Ergonomie ist Bedarf da. Die gemeinsame Betrachtung von Ergonomie und Methode wie beim neuen Bausteinsystem MTM-HWD® hat dazu geführt, dass wir den Aspekt der ganzheitlichen Arbeitsgestaltung  in der Instruktorenausbildung stärker berücksichtigen. Die neue Ausbildungs- und Prüfungsordnung beinhaltet außerdem ein Ausbildungskonzept für die betrieblichen Bausteinsysteme der Mitgliedsunternehmen Daimler und BMW sowie die Einbindung dieser Qualifizierungen in die Praktiker- und Instruktorenausbildung.

Bei den Unternehmensmitgliedern der Deutschen MTM-Vereinigung e. V. handelt es sich vielfach um weltweit agierende Firmen – wie schlägt sich dieser Fakt in der Entwicklung des Ausbildungsangebots nieder?
Wir haben uns auf die rasche Internationalisierung des Bildungsmarktes eingestellt. Bereits heute können die Zertifikate zu den MTM-Bausteinsystemen bis hin zum MTM-Praktiker und damit dem bekanntesten Abschluss in Form der Blauen Karte in englischer Sprache erworben werden. Der nächste Schritt – und den wollen wir in diesem Jahr gehen – ist die durchgängig zweisprachige Ausbildung, von MTM-1 bis zu den Lehrlizenzen. Hier setzen wir auch auf die Zusammenarbeit mit unseren internationalen Partnern und die Unterstützung der Instruktoren in unseren Mitgliedsunternehmen.

Warum ist die MTM-Akademie für Unternehmen, die international ausbilden wollen, genau der richtige Partner?
Weil die Unternehmen sicher sein können, dass auch die internationale Ausbildung nach den Qualitätsstandards der Deutschen MTM-Vereinigung e. V. erfolgt. Die Ausbildungszahlen auch im internationalen Vergleich zeigen, dass die Art und Weise, wie in Deutschland ausgebildet wird, überall auf der Welt gefragt ist.

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