MTM – Arbeit produktiv und gesund

MTM-Anwenderkonferenz 2015: Mehr als 150 Teilnehmer diskutierten zu globalen Standards in Produktivität und Ergonomie

Den Auftakt machten die Arbeitsmedizinerin Dr. Alexandra Rollett-Mohammadian und Robert Kurpiun, Leiter Produktion Geschirrspüler Haushalt, beide Miele & Cie. KG, mit einem Pilotprojekt in der Montage. Mit der Anwendung von MTM-UAS und EAWSdigital sowie einem interdisziplinären Team aus Zeitwirtschaft, Betriebsrat, Werksärztin, Führungskräften und Montagemitarbeitern sei es schnell und unkompliziert gelungen, positive Effekte bzgl. Effizienz und Gesundheitsförderlichkeit der Arbeit zu erzielen.

Die richtige Person am richtigen Arbeitsplatz
Jörg Schäfer-Martini, Leiter Produktionssysteme bei der FTE automotive GmbH, berichtete über das Instrument Ergo-Check für den Arbeitsplatz, das gemeinsam mit der MTM-Gesellschaft entwickelt wurde, um letztlich die richtige Person am für sie (ergonomisch) richtigen Arbeitsplatz einsetzen zu können.
Ein weiterer, interessanter Vortrag kam von Jochen Mann, Senior Manager IE bei der Premium AEROTEC GmbH. Gerade ein Zulieferer müsse seine Kosten im Griff haben und dazu permanent Produktivitätspotenziale erschließen, stellte er fest. Dies gelinge mit MTM als Werkzeug der Potenzialfindung und -realisierung und einer standardisierten Vorgehensweise im Controlling.

Mind-Change-Prozess ist erforderlich
Mit den Herausforderungen der Implementierung und nachhaltigen Verankerung von MTM in einem globalen Unternehmen beschäftigte sich Klaus Bruckdorfer vom zentralen Industrial Engineering bei Schaeffler Technologies AG & Co. KG. Es genüge nicht, die Mitarbeiter in MTM zu qualifizieren, Standards zu definieren und Projekte zu realisieren, so Bruckdorfer. Es müsse vielmehr ein regelrechter Mind-Change-Prozess bei Führungskräften und Mitarbeitern in Gang gesetzt und aktiv verfolgt werden. Mit den Herausforderungen der Globalisierung beschäftigte sich auch der Vortrag von Matthias Kraneis, Group Industrial Engineer, Vaillant GmbH. Im Mittelpunkt standen die stufenweise Einführung von MTM und der Softwarelösung TiCon an allen Produktionsstandorten, die Steigerung der MTM- und IE-Kompetenz und damit verbunden die zunehmende Verankerung von MTM im Unternehmen.

eHPV: Ein neuer Standard für die Automobilindustrie
Den Schlusspunkt setzten Elena Welter, Spezialistin für fertigungsgerechte Produktgestaltung bei BMW Group, und Josef Kilga, Deutsche MTM-Gesellschaft, mit der Vorstellung der Kennzahl eHPV (engineered Hours Per Vehicle), eine im gleichnamigen VDA-Arbeitskreis entwickelte, reproduzierbare und vergleichbare Größe zur Bewertung in der Fahrzeugzerlegung. Die Kennzahl wird als Benchmark im Fahrzeugbau und als Zielgröße für Produktentwicklung und Prozessgestaltung genutzt. Mit der eHPV-Bewertung werden neben dem konstruktiv bedingten Montageaufwand auch konstruktive Eigenschaften der Bauteile beschrieben und visualisiert. Die Deutsche MTM-Vereinigung e. V. wird in Zukunft die Ausbildung, die Datenpflege und die Verbreitung von eHPV übernehmen.

Knuth Jasker, Geschäftsführer der Deutschen MTM-Gesellschaft mbH und Moderator der Anwenderkonferenz, dankte am Ende der Veranstaltung inbesondere den Unternehmen, die in diesem Jahr die Fachausstellung mit innovativen Produkten und Leistungen bereichert haben. Dazu gehörten die memex GmbH, die wiha GmbH, ASSTEC, die dmc-ortim GmbH sowie das Institut für Organisation und Arbeitsgestaltung (IOA) GmbH.

Alle Teilnehmer der Anwenderkonferenz haben wie immer die Möglichkeit, die Vorträge im Informations-, Recherche- und Archivierungssystem (IRAS) der Deutschen MTM-Vereinigung e. V. noch einmal nachzuhören und nachzusehen. Sie benötigen dazu lediglich Login-Name und Passwort. Impressionen von der Veranstaltung finden Sie in der MTM-Mediathek.

Der Termin für die Anwenderkonferenz 2016 steht bereits fest. Bitte merken Sie sich Freitag, den 29. April 2016 vor.

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