MTM – Arbeit produktiv und gesund

Neues Bausteinsystem MTM-HWD® besteht erste Praxistests – Interesse aus der Industrie nimmt zu

Unter den Teilnehmern des Tag des Industrial Engineers – in erster Linie Entscheider aus deutschen Industrieunternehmen, die den Methodeneinsatz verantworten – waren auch mehrere Mitglieder der Projektgruppe HWD®, die gemeinsam mit der Deutschen MTM-Vereinigung e. V. an der Entwicklung des neuen MTM-Bausteinsystems gearbeitet haben. Das sei ein Zeichen dafür, wie wichtig diesen Unternehmen eine standardisierte Prozessbeschreibung sowohl für die methodische als auch für die biomechanische Bewertung von Arbeitsabläufen zur Entwicklung der Produktivität sei, stellten Thomas Finsterbusch und Projektleiter Jörg Härtel fest.

Beim Tag des Industrial Engineers zeigten auch Unternehmen außerhalb des Konsortiums Interesse an dem neuen Verfahren. Und zwar genau aus den Gründen, aus denen auch die Konsortialpartner in dem Projekt mitarbeiten:

  • Beschreibung der Arbeitsmethode und der ergonomischen Einflussgrößen in einem Schritt
  • Nur eine Analyse – aber Ergebnisse sowohl für die Methode als auch die Ergonomie
  • Leicht verständliche Visualisierung von Gestaltungs- und Organisationspotenzialen – Basis ist ein vom Menschen abgeleitetes Bewegungsmodell
  • Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit im Unternehmen
  • Als Prozesssprache ideal geeignet für Benchmarks mit Normleistungsbezug
  • Weltweite Verbreitung über das Internationale MTM-Direktorat

Das Bausteinsystem MTM-HWD® ist für den Prozesstyp Serienfertigung mit Arbeitszyklen oder Takten von 30 bis 120 Sekunden Länge entwickelt worden und bedient zudem die in zahlreichen Unternehmen angewendeten Ergonomie-Bewertungstools, darunter auch EAWS (Ergonomic Assessment Worksheet), das international anerkannte Standardverfahren zur Identifizierung biomechanischer Risiken im Arbeitsablauf.  Während die klassischen MTM-Bausteinsysteme vom Arbeitsplaner und damit in der Regel nur von einer Expertengruppe im Unternehmen eingesetzt werden, ist MTM-HWD® auf die Nutzung durch mehrere Funktionsbereiche – von der Zeitwirtschaft, über die Ergonomie/das Betriebliche Gesundheitsmanagement/den Betriebsarzt, die Produktentwicklung und Konstruktion bis hin zu Personalabteilung und Verbesserungsmanagement – ausgelegt. Erst der bereichsübergreifende Einsatz von MTM-HWD® bringt die Vorteile dieser kombinierten Methode zum Tragen – und entspricht damit dem modernen Verständnis eines humanzentrierten Industrial Engineering.

Die Projektpartner haben bereits in diesem Jahr damit begonnen, praktische Erfahrungen mit MTM-HWD® zu sammeln; erste Ergebnisse wurden z. B. im Rahmen der MTM-Bundestagung am 29. Oktober 2015 in Stuttgart vorgestellt. Der Vortrag zur Anwendung von MTM-HWD® bei Miele & Cie. KG ist in der MTMmediathek in der Rubrik Videos nachzuhören bzw. nachzusehen. Auch im kommenden Jahr liegt der Schwerpunkt auf der Erprobung des neuen MTM-Bausteinsystems.  Dies betrifft in erster Linie die Konsortialpartner des Projektes Human Work Design. Aber auch andere Unternehmen, die MTM-HWD® einfach mal ausprobieren möchten und/oder Interesse an einem Pilotprojekt haben, sind herzlich willkommen. Ansprechpartner ist Thomas Finsterbusch, Thomas.Finsterbusch [AT] dmtm [PUNKT] com">.

Die MTM-Akademie bietet interessierten Fach- und Führungskräften im kommenden Jahr ein eintägiges Seminar  „Einführung in Human Work Design (MTM-HWD®)“ an.  Termine sind bei der Lehrgangsorganisation, Frau Christel Dornbach, Christel.Dornbach [AT] dmtm [PUNKT] com">, zu erfragen.

Die nächste Gelegenheit, sich aus arbeitswissenschaftlicher Sicht mit dem neuen MTM-Bausteinsystem zu beschäftigen, bietet der GfA-Frühjahrskongress vom 02. bis 04.03.2016 auf dem Campus der RWTH Aachen.

 

 

 

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